![]() |
|
auf dieser Seite: Grauer
Star
|
|
|
Operation des grauen Stars (Patienteninformation)Autoren: Ch. Ohrloff, Th. Kohnen, R. Schalnus
Der graue Star, eine Trübung der Augenlinse, kann nur durch eine Operation behandelt werden. Der Eingriff soll das durch die Trübung der Augenlinse verschlechterte Sehvermögen wieder verbessern. Um die Sehverschlechterung durch den grauen Star zu beseitigen, muss das getrübte Linsenmaterial entfernt werden. In den meisten Fällen wird über einen kleinen Schnitt der getrübte Anteil der Linse entfernt, die Linsenaufhängung bleibt dabei erhalten. Dadurch ist die Versorgung des Auges mit einer künstlichen Linse möglich, die in das Auge eingepflanzt wird und dort verbleibt. Diese Linse wird in der Regel in den Halteapparat der natürlichen Linse hinter die Pupille platziert. Im Laufe der Zeit hat die chirurgische Technik große Fortschritte gemacht. Die Entwicklung faltbarer Kunstlinsen ermöglicht es, die gesamte Operation durch einen Schnitt von wenig mehr als 3 mm Länge hindurch auszuführen. Oft ist eine Betäubungsspritze nicht mehr nötig, die Operation kann in Tropfbetäubung durchgeführt werden. Die Universitäts-Augenklinik Frankfurt ist seit langem eines der führenden Zentren für Kataraktchirurgie. Die Patienten werden von erfahrenen Operateuren nach den modernsten Methoden operiert. Durch intensive wissenschaftliche Forschung wird eine ständige Qualitätssicherung und Weiterentwicklung der Operationstechnik gewährleistet. Die Staroperation ist zur Zeit die häufigste Operation in der Medizin. Allein in Deutschland wird der Eingriff in jedem Jahr über 600.000 Mal durchgeführt. War der graue Star in früheren Jahrhunderten eine häufige Erblindungsursache, so ist heute - sofern nicht zusätzlich andere Augenerkrankungen vorliegen - die vollständige Wiederherstellung des Sehvermögens möglich. Modernste schonende Operationsmethoden garantieren dem Patienten während und nach dem Eingriff ein hohes Maß an Sicherheit. Im Zentrum der Augenheilkunde des Frankfurter Universitätsklinikums wird die Operation über 3000 mal im Jahr von erfahrenen Operateuren durchgeführt. An dieser Stelle möchten wir Antwort auf Ihre Fragen geben:
Wann ist der richtige Zeitpunkt für eine Operation?
Eine Operation sollte immer dann erwogen werden, wenn durch die Sehverschlechterung alltägliche Verrichtungen oder die berufliche Tätigkeit merklich erschwert oder gar einschränkt werden. Es kann durchaus sein, dass diese "Grenze" individuell sehr unterschiedlich empfunden wird. Für die Aussicht auf eine Verbesserung des Sehvermögens nach dem Eingriff ist es aber wichtig, dass die Sehverschlechterung - zumindest zu einem wesentlichen Teil - auf eine Trübung der Augenlinse zurückzuführen ist. Welche Erfolgsaussichten hat die Operation?Bei über 90% der operierten Augen bessert sich das Sehvermögen nach dem Eingriff merklich. Bei bereits bestehenden Erkrankungen der Hornhaut, der Netzhaut oder des Sehnerven sind die Erfolgsaussichten oftmals aber eingeschränkt. Die Entscheidung, ob eine Operation sinnvoll ist, sollte dann erst nach ausführlicher Untersuchung und Beratung durch den Augenarzt getroffen werden. Wird der Eingriff stationär oder ambulant durchgeführt?
In der Regel kann die Staroperation in unserer Klink ambulant durchgeführt werden. Unter bestimmten Umständen wird der Eingriff während eines kurzen stationären Aufenthaltes vorgenommen werden. Welche Vorbereitungen sind erforderlich?
Zunächst werden Brechkraft und Länge des Auges ausgemessen. Anhand dieser Werte berechnet der Operateur die Stärke der Kunstlinse, die in das Auge eingepflanzt werden soll. Die Vermessung des Auges erfolgt in der Regel im Rahmen einer augenärztlichen Untersuchung vor der Operation. Der Hausarzt wird gebeten, einen kurzen Bericht über den allgemeinen Gesundheitszustand anzufertigen. Diese Beurteilung erlaubt eine Einschätzung darüber, ob der Eingriff oder die Betäubung mit besonderen Risiken für den Patienten verbunden sind. Einige Tage vor der Operation müssen blutgerinnungshemmende Medikamente (z.B. Marcumar, Aspirin) nach Rücksprache mit dem behandelnden Arzt abgesetzt werden. Wie geht der Arzt bei der Operation vor?In der Regel kann der Eingriff in örtlicher Betäubung vorgenommen werden. Je nach Operationstechnik erfolgt die Betäubung mit Augentropfen oder mit Hilfe einer Betäubungsspritze (siehe Abb.). Letztere wird mit einer sehr feinen Nadel neben den Augapfel gesetzt. Unter bestimmten Umständen, z.B. bei Kindern, kann die Operation auch in Vollnarkose vorgenommen werden. Eine spezielle Schnittführung am Auge (sogen. "Starschnitt"), die Entfernung der getrübten Augenlinse mittels Ultraschall und die Einpflanzung einer Kunstlinse sind die wichtigen Schritte bei der Operation:
Was ist nach dem Eingriff zu beachten?
Kontrolluntersuchungen nach der Operation werden in der Regel vom behandelnden Augenarzt vorgenommen, am Wochenende kann die Kontrolle in unserer Klinik erfolgen. Normalerweise ist der Heilungsverlauf nach etwa 4 - 6 Wochen abgeschlossen. Nach dem Eingriff sollten folgende Hinweise beachtet werden:
Welche Risiken birgt der Eingriff?
Die Eintrübung der im Auge verbliebenen hinteren Linsenkapsel nach der Operation des grauen Stars ist die zeithäufigste Augenerkrankung nach dem grauen Star selbst. Die Behandlung der Wahl ist die Entfernung des Nachstars mit dem Laser. U.a. sollen die Weiterentwicklung von Operationstechniken und Linsenmaterialien künftig helfen, die Häufigkeit eines Nachstars zu verringern. In seltenen Fällen können während oder nach der Operation auch ernsthaftere Komplikationen eintreten. Davon können einige schwerwiegend genug sein, um die Sehkraft dauerhaft einzuschränken. Dazu gehören die Netzhautablösung und die Schwellung der Makula (Stelle des Scharfsehens auf der Netzhaut). Wo erhalte ich weitere Informationen?Für die Beratung von Patienten stehen wir im Rahmen unserer Sprechstunden gerne zur Verfügung:
|
© Copyright 2004 - 2012 - Prof. Dr.
Chr. Ohrloff
datenschutz
• www.uni-augenklinik-frankfurt.de
• site erstellt 5 September, 2004 • site update
30 Januar, 2012
inhaltliche Bearbeitung durch Prof. Dr.
Schalnus