Klinik für Allgemeine Augenheilkunde des Zentrums für Augenheilkunde der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main
auf dieser Seite: Hornhauttransplantation
Home | Das Zentrum | Patienteninformation | Information für Ärzte | Lehre | Forschung | Fortbildung | Aktuell | Kontakt | Newsletter
    angezeigte Seite: home > patienteninformationen > Hornhauttransplantation

Kontakt



Studierende / Lehre

Hornhaut-Transplantation (Patienteninformation)

Autor: Ch. Meltendorf

 

Die Hornhaut ist das "Fenster des Auges". Sie ist wie ein Uhrglas in die weiße Lederhaut eingefügt. Aufgrund einer trüben oder unregelmäßig gewölbten Hornhaut kann das Sehvermögen beeinträchtigt sein. Die Wiederherstellung des Sehvermögens der betroffenen Patienten ist in diesen Fällen häufig nur durch eine Hornhauttransplantation möglich. Unter einer Hornhauttransplantation, in der Fachsprache Keratoplastik genannt, versteht man den Ersatz einer erkrankten Hornhaut durch eine gesunde Spenderhornhaut. Die erste erfolgreiche Hornhauttransplantation am Menschen gelang bereits 1905. Gegenwärtig stellt die Keratoplastik die häufigste Transplantation am Menschen dar. In Deutschland werden schätzungsweise 6000 Hornhauttransplantationen jährlich durchgeführt. Sie stellt einen Routineeingriff dar.


Welche Erkrankungen machen eine Hornhauttransplantation notwendig?

Die Hornhauttransplantation kann zur Verbesserung des Sehvermögens oder als Notfalleingriff durchgeführt werden. Gründe für eine Hornhauttransplantation können Trübungen, eine unregelmäßige Wölbung (z.B. Keratokonus), Infektionen der Hornhaut, Geschwüre oder angeborene Funktionsstörungen der Hornhaut (Dystrophien) sein. Auch eine krankhafte Ansammlung von Flüssigkeit in der Hornhaut (Hornhautödem, bullöse Keratopathie) kann durch eine Hornhauttransplantation behandelt werden. Das Hornhautödem kommt u.a. als mögliche Komplikation bei Operationen des vorderen Augenabschnittes vor (z.B. Katarakt-Operation). Als Notfalleingriff ist die Hornhauttransplantation bei einer offenen Augenverletzung zum Erhalt des Auges notwendig.


 

Spenderhornhaut nach Transplantation

Was geschieht bei der Operation?

Bei einer Hornhauttransplantation wird eine Spenderhornhaut mit einem Durchmesser von 6,5 bis 8,0 mm anstelle der eigenen erkrankten Hornhaut eingenäht (Abbildungen). Der Eingriff wird entweder in örtlicher Betäubung durch Einspritzen eines Betäubungsmittels neben den Augapfel (Para-/Retrobulbäranästhesie) oder in Allgemeinnarkose durchgeführt.


Was sollten Sie vor der Operation beachten?

Etwa 10 Tage vor der Operation müssen blutgerinnungshemmende Medikamente (z.B. Marcumar, Aspirin) nach Rücksprache mit dem behandelnden Arzt abgesetzt werden.


Worauf sollten Sie nach der Hornhauttransplantation achten?

Nach der Operation müssen verordnete Medikamente in der Regel über 1 Jahr regelmäßig angewendet werden. Dies ist für den Erfolg der Transplantation entscheidend. Im Gegensatz zu anderen Organtransplantationen müssen bei der Hornhauttransplantation in der Regel keine Medikamente eingenommen werden, die das körpereigene Abwehrsystem schwächen. Neben der Betreuung durch den niedergelassenen Augenarzt bieten wir in unserer Keratoplastik-Sprechstunde Kontrolltermine an. Die Entfernung der letzten Fäden erfolgt etwa 1½ Jahre nach der Transplantation.

Sollten Sie nach der Operation

  • eine zunehmender Rötung
  • ein Fremdkörpergefühl/Schmerzen
  • eine Sehverschlechterung

feststellen, dann suchen sie bitte sofort einen Augenarzt auf.


Welche Nebenwirkungen und Komplikationen können auftreten?

  • Gefahr einer Abstoßungsreaktion: d.h., dass das übertragene Gewebe vom Abwehrsystem des Empfängers als fremd erkannt und deshalb nicht angenommen wird. Als Folge trübt sich die Hornhaut ein. Aufgrund der immunologischen Sondersituation der Hornhaut, bedingt durch das Fehlen von Blutgefäßen, sind Abstoßungsreaktionen vergleichsweise selten und die Prognose ist insgesamt gut. Das Risiko einer Abstoßung besteht immer und ist in den ersten beiden Jahren nach dem Eingriff am größten Eine Abstoßungsreaktion tritt bei einer Normalrisiko-Keratoplastik in bis zu 18% der Fälle auf. Wenn Blutgefäße in die Hornhaut eingewachsen sind steigt das Risiko einer Abstoßungsreaktion. In einem solchem Fall kann die Einnahme von Medikamenten notwendig sein, die die Gefahr einer Abstoßung reduzieren. Bei einem erhöhten Abstoßungsrisiko des Patienten wird ein Spender gewählt, dessen Gewebemerkmale in möglichst vielen Eigenschaften mit dem Gewebe des Empfängers übereinstimmen.


  • Hornhautverkrümmung: d.h., dass die Hornhaut nach dem Eingriff keine glatte Oberfläche zeigt und somit nur ein unscharfes Bild wahrgenommen werden kann. Dies macht in der Regel das Tragen einer Brille oder von Kontaktlinsen erforderlich.


  • Die zur Vermeidung einer Abstoßungsreaktion verordneten Kortison-Augentropfen können einen Anstieg des Augeninnendrucks bewirken (Grüner Star). Sie begünstigen auch die Entstehung einer Linsentrübung (Grauer Star).


  • Übertragung infektiöser Erkrankungen: d.h., dass trotz gründlicher Untersuchungen des Hornhaut-Spenders ein Infektionsrisiko nicht restlos ausgeschlossen werden kann.



Woher kommt die Spenderhornhaut?

Hornhauttransplantate stammen von Verstorbenen, die zu Lebzeiten die Einwilligung zur Hornhautspende gegeben haben (Organspendeausweis) oder deren Angehörige im Sinne der Verstorbenen der Hornhautspende zustimmen. Nach der Entnahme kommt die Hornhaut zur Untersuchung und Lagerung in die Hornhautbank. Das Medium, in dem die Hornhaut gelagert wird, enthält Nährstoffe und Antibiotika. Die Übertragung von Krankheiten auf den Empfänger wird durch mikrobiologische Tests und Untersuchungen des Spenderblutes weitgehend ausgeschlossen. Die Kriterien für die Spenderauswahl und die notwendigen Untersuchungen zur Qualitätssicherung des Hornhauttransplantates sind in den Richtlinien zum Führen einer Hornhautbank und den Durchführungsbestimmungen der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Hornhautbanken festgelegt.


Wo bekomme ich weitere Informationen?

Für die Beratung und Betreuung von Patienten haben wir eine Keratoplastik-Sprechstunde eingerichtet:

Donnerstag 13.00 bis 16.30 Uhr
Die Anmeldung erfolgt über die allgemeine Terminvergabe.

Links

Downloads


Kontakt | Impressum | Disclaimer | Qualitätssicherung | Homepage Klinikum

© Copyright 2004-2012 - Prof. Dr. Chr. Ohrloff
datenschutz  •  www.uni-augenklinik-frankfurt.de  •  site erstellt 5 September, 2004 • site update 30 Januar, 2012
inhaltliche Bearbeitung durch Prof. Dr. Schalnus

neues Fenster: Valid HTML 4.01!neues Fenster: Valid CSS !neues Fenster: Level Double-A conformance icon, W3C-WAI Web Content Accessibility Guidelines 1.0