Klinik für Allgemeine Augenheilkunde des Zentrums für Augenheilkunde der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main
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Neues Verfahren zur Behandlung des progressiven Keratokonus: UV-Riboflavin-Crosslinking der Hornhaut (Patienteninformation)

Autor: Ch. Meltendorf

 

Crosslinking (Quervernetzung) ist eine Methode zur mechanischen Stabilisierung von Geweben. Das Crosslinking von Geweben wird in anderen Fachgebieten der Medizin ( z. B. Orthopädie, Herzchirurgie) seit mehreren Jahren erfolgreich angewandt. Am Auge wird das neue Verfahren zur Behandlung des fortschreitenden Keratokonus, einer Erkrankung der Hornhaut, eingesetzt.

Für die Awendung am Auge wurde das Crosslinking-Verfahren jedoch neu entwickelt. Die Technik bewirkt eine erhöhte Zahl von Quervernetzungen zwischen den Fasern eines Gewebes. Durch die "zusätzlichen Verstrebungen" wird das Gewebe mechanisch stabiler und hält damit höheren Belastungen stand.


Ultraviolettes Licht wird therapeutisch genutzt

Das Crosslinking der Hornhaut erfolgt durch eine Kombination von Bestrahlung mit ultraviolettem Licht und der Verabreichung von Riboflavin-Augentropfen (Vitamin B2-Abkömmling). Die Intensität der UV-Strahlung wird so gewählt, dass die unter der Hornhaut gelegenen Augenstrukturen nicht geschädigt werden. Bei der Operation wird im ersten Schritt das Epithel (äußere Schicht) der Hornhaut entfernt. Dieser Vorgang ist notwendig, damit die Riboflavin-Augentropfen (Vitamin B2) in die Hornhaut gelangen können. Anschließend wird die Hornhaut 30 Minuten lang mit UV-Licht behandelt. Am Ende der Operation wird eine sogen. therapeutische Kontaktlinse auf die Hornhaut gelegt. Die Kontaktlinse verbleibt wenige Tage auf dem Auge und soll nur vom behandelnden Augenarzt entfernt werden.


Hornhaut wird stabiler

Das Ziel des Crosslinking ist es, die Vorwölbung der Hornhaut zu stabilisieren. Das jeweilige Erkrankaungsstadium des Keratokonus kann allerdings nicht "rückgängig" gemacht. Im besten Fall wird die Vorwölbung der Hornhaut gewissermaßen "eingefroren".


Verfahren ist noch in der klinischen Erprobung

Bei dieser Behandlungsmethode handelt es sich um ein neu entwickeltes und noch nicht zugelassenes Verfahren. Die erste Studie hat jedoch gezeigt, dass die dieses Verfahren ein entscheidender Schritt zu Behandlung vom Keratokonus- Patienten sein wird und die Erfolgsaussichten als gut einzustufen sind.


Wo erhalte ich weitere Informationen?

Für die Beratung und Betreuung von Patienten haben wir eine Hornhaut-Sprechstunde eingerichtet:

Donnerstag 13.00 bis 16.30 Uhr
Die Anmeldung erfolgt über die allgemeine Terminvergabe.


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