Pars plana Vitrektomie

Zentraler Schritt der Pars plana Vitrektomie ist das Absaugen des Glaskörpers aus dem Augeninneren. Häufig besteht die Vorstellung, dass hierbei ein wichtiger Teil des Auges verloren geht. Stattdessen stimmt, daß der Glaskörper bei der Entwicklung des Auges vor der Geburt wichtig war, seit der Geburt hingegen bedeutungslos ist und dann, wenn er erkrankt, meist möglichst bald abgesaugt werden sollte. Dabei bleibt das Auge unter keinen Umständen leer, weil es sonst in sich zusammenfallen würde wie ein geplatzter Luftballon. Die durchschnittlich 4 ml Glaskörpersubstanz werden während der Absaugung durch eine Lösung ersetzt, die daraufhin selbst wieder durch Flüssigkeit ergänzt bzw. ersetzt wird, die das Auge selbst bildet. In einigen Fällen wird der Glaskörper durch Luft oder Öl ersetzt, um den Heilungsprozess des Auges zu sichern.

Wann kommt es dazu, daß der Glaskörper nicht nur überflüssig sondern auch erkrankt ist und daher ausgetauscht werden sollte?

Der Glaskörper sollte entfernt werden, wenn

Wie wird der Glaskörper schonungsvoll und sicher entfernt?

Um zu verhindern, daß das Auge während der Glaskörperabsaugung in sich zusammenfällt, wird über eine Miniinfusion und eine Öffnung in der Augenwand, die weniger als 1mm groß ist, ständig Flüssigkeit in das Auge infundiert. Über weitere, entsprechend kleine Instrumente, kann man dann den Glaskörperraum beleuchten, den Glaskörper absaugen und die Netzhaut z.B. mit dem Laser behandeln etc. Diese Öffungen befinden sich dort, wo die Augenwand sie am besten verkraftet, nämlich ca. 3 - 4 mm hinter der "Pupille" (3 - 4 mm hinter dem Übergang zwischen dunklem Hornhautfenster und weißer Lederhaut). Diese feinen Öffnungen verschwinden nach der Operation hinter der Bindehaut und werden vom Patienten nur vorrübergehend oder häufiger überhaupt nicht wahrgenommen. Um die verschiedenen Instrumente, die zur Glaskörperabsaugung benötigt werden, schonungsvoll in das Auge einzuführen, überbrücken wir die Augenwand mit Hilfe von kleinen Röhrchen, welche zugleich auch als Beleuchtung des Augeninneren (Multiportales Illuminationssystem "MIS") dienen. Beobachtet wird entweder über das Operationsmikroskop und kleine Linsen, die man auf die Hornhaut des Auges aufsetzt (mit Augenkontakt) oder über Linsensysteme, die am Operationsmikroskop montiert werden (ohne Augenkontakt, z.B. binokulares indirekts Ophthalmomikroskop). Auch kann der Eingriff über moderne Endoskope (hochauflösendes Gradienten Index Endoskop "GRIN") durchgeführt werden, die äußerlich von anderen Instrumenten kaum zu unterscheiden sind. In deren Inneren ist auf engstem Raum ein eigenes kleines "Mikroskop", eine eigene Beleuchtung und noch einiges mehr untergebracht.

Gibt es Risiken?

Natürlich ja! Es gibt keine Operation ohne irgendwelche Risiken. Allerdings sind die Risiken nicht nur gering, sondern vor allen Dingen in der Regel kleiner als jene Risiken, die man auf sich nimmt, wenn man die Erkrankung des Auges nicht entsprechend behandelt. Mit am wichtigsten ist, alles zu unternehmen, um Entzündungen zu vermeiden. Das gilt nicht nur für die Operation selbst, sondern auch für die ersten Tage nach dem Eingriff. Es muß also insbesondere in den ersten Tagen nach der Operation ein- oder mehrmals täglich eine Entzündung des Auges ausgeschlossen werden, unabhängig davon, ob man sich im Krankenhaus stationär aufhält oder ambulant einen Augenarzt aufzusucht. Verhaltensregeln bezüglich der Hygiene nach der Operation, im Hinblick auf die Belastungsgrenzen sowie die Kopfhaltung tagsüber und nachts erhält der Patient auf seine individuelle Situation. Die Mitarbeit des Patienten, auch in den ersten Tagen nach der Operation, ist von entscheidender Bedeutung für den Erfolg der Behandlung.

Netzhautsprechstunde der Universitäts-Augenklinik Frankfurt

Ob eine operative Behandlung erforderlich ist und welches Verfahren indiziert ist, kann nur nach einer eingehenden Untersuchung durch den Augenarzt vor dem Hintergrund der individuellen Situation jedes Betroffenen geklärt werden. Die Uni-Augenklinik Frankfurt bietet eine Netzhautsprechstunde sowohl in der Abteilung für Netzhaut- und Glaskörperchirurgie als auch in der allgemeinen Poliklinik an. Notfälle werden in der Poliklinik jederzeit betreut.

Netzhaut / Glaskörper

Leiter:

Prof. Dr. F. Koch

Vorzimmer und
Terminvergabe privat Versicherte:
Prof. Dr. F. Koch:

Frau Jagnjic, Frau Illmann, Frau Boulaich-Azifi, Frau Gürtler

Lage:

Haus 7C

T: 069 - 6301 5689
F: 069 - 6301 5621
E:


Terminvergabe gesetzlich Versicherte:
T: 069 6301 5649

Zum Klinikum der Goethe Universität Frankfurt am Main | kgu.de
nach oben