Untersuchungsverfahren

Aberrometer

Ein Aberrometer ist ein Diagnostikgerät zur Vermessung der optischen Eigenschaften des Auges. Dies wird vor allem dann erforderlich, wenn das Auge Abbildungsfehler (optische Ungenauigkeiten) enthält, die sich mit Brille oder Kontaktlinse nicht korrigieren lassen, z.B. bei Hornhauterkrankungen, nach manchen Augenoperationen oder beim sehr frühen Grauen Star. Die Messung ist ähnlich wie beim Autorefraktometer, erfordert aber eine medikamentöse Pupillenerweiterung.

Abstriche

Zum Nachweis von Infektionserregern (Bakterien, Pilze, Parasiten) im Bereich des vorderen Augenabschnittes sind oft Abstriche von der Bindehaut oder Hornhaut erforderlich. Die Abstriche werden im Institut für Mikrobiologie untersucht. Für ein Abkratzpräparat von der Bindehaut (z.B. beim Chlamydien-Abstrich) ist eine leichte Oberflächenbetäubung durch Augentropfen erforderlich.

Amsler-Test

Der Amsler-Test besteht aus einer Karte mit Kästchen-Muster, ähnlich dem bekannten Rechenpapier. Beim Betrachten eines zentralen Punktes achtet der Patient gleichzeitig darauf, ob die Linien gerade oder verzerrt erscheinen. Der Amsler-Test ist ein sehr einfacher, aber empfindlicher Test, der auch zu Hause zur Selbstkontrolle verwendet werden kann.

Augendruckmessung (Tonometrie)

Ein zu hoher oder ein zu niedriger- Augendruck kann auf eine Erkrankung oder auf eine Komplikation nach einer Operation oder Verletzung hindeuten. Daher ist die Augeninnendruckmessung eine wichtige Untersuchungsmethode in der täglichen augenärztlichen Praxis. Die Augenklinik ist mit präzisen Applanationstonometern ausgestattet. Kurz vor der Messung werden betäubende Augentropfen verabreicht, die aber keinen Einfluß auf die Pupillenweite haben. Die Messung erfolgt übrigens nicht mit einem Luftstoß. Für spezielle Fragestellungen stehen weitere Tonometertypen (PASCAL, Schiötz, ICare) zur Verfügung.

Augenhintergrund-Untersuchung

Diese Untersuchung ist ein zentraler Bestandteil der Untersuchung Ihrer Augen. Nach Erweiterung Ihrer Pupillen betrachtet der Arzt die Netzhaut unter Beleuchtung durch ein Vergrößerungsglas.

Autorefraktometer

Mit einem Autorefraktometer werden die „Brillenwerte“ (Refraktionsfehler) der Augen gemessen. Diese Messung ist eine Grundlage für die genauere subjektive Sehfehlerbestimmung. Eine Pupillenerweiterung ist nicht notwendig.

Brillenvermessung

Bei der Brillenmessung werden die Werte Ihrer vorhandenen Sehhilfe gemessen. Die Vermessung Ihrer Brille kann den Ablauf der Untersuchung erheblich erleichtern und somit abkürzen. Daher sollten Sie –sofern vorhanden- Ihre aktuelle Brille zur Untersuchung mitbringen.

Endothelzellmikroskopie

Bei dem Endothelzellmikroskop handelt es sich um ein computergestütztes Mikroskop zur Darstellung der Hornhautrückfläche. Mit Hilfe der Endothelzellmikroskopie wird die innerste der fünf Hornhautschichten (das Endothel) abgebildet. Die Zellen des Endothels pumpen überschüssiges Wasser aus der Hornhaut heraus und garantieren so die Klarheit der Hornhaut. Störungen der Endothelzellen (z.B. Fuchs-Dystrophie) können mit einer Hornhautschwellung und -trübung einhergehen. Eine Pupillenerweiterung ist nicht notwendig.

Farbtests

Neben den bekannten Farbsehschwächen gibt es eine Reihe anderer Erkrankungen die die Wahrnehmung von Farben betreffen können. Hierzu verfügt die Augenklinik über eine Palette verschiedener Farbtests. Da die Durchführung zeitaufwändig sein kann, wird hierfür meist ein eigener Termin vergeben.

Fluoreszein-Angiografie

Bei der Fluoreszeinangiographie wird der Blutkreislauf der Netzhaut dargestellt. Ihnen wird ein Farbstoff (Fluoreszein) in eine Vene gespritzt und Ihr Augenhintergrund in schneller Folge fotografiert, während der Farbstoff sich in den Blutgefäßen verteilt. So können nicht-durchblutete Bereiche, neugebildete oder undichte Netzhautgefäße und Veränderungen der Pigmentschicht (Pigmentepithel) der Netzhaut aufgespürt werden. Die Pupillen müssen vorher erweitert werden. Fluoreszein-Angiografien werden montags und donnerstags um 8:30 Uhr durchgeführt.

Gesichtsfeldbestimmung (Perimetrie)

Beim bekannten Sehtest mit Buchstaben oder Zahlen wird nur der zentrale Teil unseres Gesichtsfeldes (den Bereich den man bei fixiertem Auge überblickt) untersucht. Zahlreiche Erkrankungen (z.B. Sehnervenerkrankungen wie Glaukom) betreffen aber Randbereiche in unserem Gesichtsfeld und werden vom Patienten nicht bemerkt und vom Standard-Sehtest nicht aufgedeckt. Bei der Gesichtsfeldbestimmung schaut der Patient auf eine Fixiermarke in eine weiße Halbkugel. Im zentralen und peripheren Gesichtsfeld leuchten Lichtblitze unterschiedlicher Helligkeit auf. Die Wahrnehmung eines Lichtblitzes signalisiert der Patient durch Druck auf einen Knopf. Ein Computer berechnet dann aus den Antworten das Gesichtsfeld und erzeugt eine bildliche Darstellung. Die Perimetrie ist eine sehr wichtige Untersuchung zur Früherkennung und Verlaufskontrolle des Glaukomes (grüner Star). Die Klinik für Augenheilkunde ist mit mehreren Perimetern (Octopus 101, Octopus 500, Goldmann-Perimeter) ausgestattet.

Die Durchführung einer Gesichtsfelduntersuchung verlangt vom Patienten eine hohe Konzentration und kann durch Störfaktoren wie Übermüdung oder Ablenkung verfälscht werden. Dies sollten Sie bedenken, wenn Sie einen Termin zur Gesichtsfelduntersuchung haben. Die Pupillen müssen hierzu nicht erweitert werden.

Hornhautdickenmessung (Pachymetrie)

Die Messung der Hornhautdicke mittels Ultraschall kann bei Patienten mit bekanntem Glaukom (grüner Star) oder Verdacht auf Glaukom Hinweise auf die Korrektheit der Messungen und auf das Erkrankungsrisiko geben. Bei sehr dünner Hornhaut wird häufig fälschlich ein zu niedriger Augeninnendruck gemessen. Ist die Hornhautdicke bekannt, kann der Augeninnendruck präziser bestimmt werden.

Hornhaut-Topographie

Bei einer Hornhaut-Topographie wird die Krümmung der Hornhaut-Oberfläche als Farbbild dargestellt. So kann insbesondere aber die Art und Höhe einer etwaigen Hornhautverkrümmung (Astigmatismus) kontrolliert werden. Mit der Hornhauttopographie kann die Ursache bei bestimmten Fehlsichtigkeiten oder Beschwerden (z.B. Hornhautnarbe, hoher Astigmatismus) mit geringem Aufwand eingegrenzt werden. Zwei wichtige Einsatzgebiete sind die Diagnostik des Keratokonus und die Anpassung von Kontaktlinsen. Die Messung ist ohne direkten Kontakt zum Auge und schmerzfrei. Eine Erweiterung der Pupillen ist nicht notwendig. Die Klinik für Augenheilkunde verfügt über mehrere moderne Topographie-Systeme (Orbscan, Pentacam, Keratron Scout, Atlas).

HRT (Heidelberger Retina-Tomograph)

Das HRT ist ein Diagnostikgerät zur Darstellung und Untersuchung des Sehnervenkopfes (Papille). Durch einen völlig ungefährlichen Laserstrahl wird der Sehnervenkopf abgetastet und ein Bild aufgenommen, das durch einen Computer weiter verarbeitet wird. Diese dreidimensionale Darstellung erlaubt eine Analyse der Struktur des Sehnervenkopfes. Diese Untersuchung eignet sich sehr gut zur Frühdiagnostik und Verlaufsbeobachtung von Glaukom-Patienten. Die Messung ist ohne direkten Kontakt zum Auge, schmerzfrei und dauert nur wenige Minuten. Eine Pupillenerweiterung ist in der Regel nicht notwendig.

IOL-Master

Bei der Biometrie mittels IOL- Master™ wird die Länge des Auges (Achsenlänge), die Hornhautkrümmungsradien (Keratometrie), der Abstand zwischen Hornhaut und Linse (Vorderkammertiefe) und der Hornhautdurchmesser gemessen. Diese Messung wird in der Regel bei der Vorbereitung der Operation des Grauen Stares (Katarakt) durchgeführt. Die Messung ist ohne direkten Kontakt zum Auge, schmerzfrei und dauert nur wenige Minuten.

OCT (optische Kohärenztomographie)

Die OCT ist ein recht junges bildgebendes Verfahren in der Augenheilkunde. Ein Laser fertigt sehr genaue Schnittbildaufnahmen der Hornhaut oder der Netzhaut an. Die OCT der Macula („gelber Fleck“) ist eine wichtige Basisuntersuchung in unserer Netzhautsprechstunde bei der Diagnostik von Erkrankungen der Macula. Die OCT kann in vielen Fällen die aufwändigere und invasivere Fluoresceinangiographie ersetzen. Die Untersuchung ist Schmerz- und berührungsfrei. Zur optimalen Darstellung ist eine medikamentöse Pupillenerweiterung erforderlich. Die Augenklinik verfügt über zwei OCT-Geräte (Zeiss Stratus, Topcon 3D-OCT 2000) zur Netzhautdarstellung und ein Gerät (VisanteTM) zur Darstellung der Hornhaut und des vorderen Augeabschnittes.

PASCAL-Konturtonometer

Das PASCAL® ist ein dynamisches Konturtonometer zur Messung des Augeninnendrucks. Das dynamische Konturtonometer ermöglicht eine präzise Augeninnendruckmessung auch nach LASIK, PRK, LASEK oder Epi-Lasik, da es den Augeninnendruck unabhängig von den Beschaffenheiten (Krümmung und Dicke) der Hornhaut messen kann. Die Messung läuft ähnlich wie beim Applanationstonometer.

Retinometer (Interferenzvisus)

Bei diesem Sehtest werden Ihnen Streifenmuster auf die Netzhaut projiziert. Sie müssen die Richtung dieser Streifenmuster erkennen. Die Untersuchung wird eingesetzt, um zu erkennen ob bei trüben optischen Medien (z.B. grauer Star) die sonstige Funktion des Auges in Ordnung ist. Meistens wird vor der Untersuchung die Pupille erweitert.

Sehtest und Sehfehlerbestimmung

(Visus und subjektive Refraktionsbestimmung)

Die Sehschärfenprüfung ist der wichtigste Test zur Prüfung der Sehfunktion und wird bei jedem Patienten vor der weiteren Untersuchung durchgeführt. Um herauszufinden, ob eine schlechte Sehschärfe daran liegt, ob eine Brille benötigt wird, oder ob eine Augenerkrankung (z.B. grauer Star) vorliegt, wird eine Refraktionsbestimmung nötig. Wenn Sie eine Brille haben, sollten Sie diese zur Untersuchung mitbringen. Dies könnte die Untersuchung abkürzen, da oft nicht noch einmal eine Refraktionsbestimmung durchgeführt werden muss.

Die Prüfung der Kontrastempfindlichkeit stellt eine weitere Form der Funktionsprüfung dar. Hierbei werden Ihnen Zeichen (meist Buchstaben) abnehmenden Kontrastes gezeigt.

Schirmer-Test

Der Schirmer-Test ist ein einfacher Test zur Bestimmung der Tränenmenge (Tränensekretion). Es lässt sich so ein trockenes Auge nachweisen. Ihnen werden kleine Papierstreifchen in das Unterlid des geschlossenen Auges eingehängt. Der Test wird einmal ohne und einmal mit (Tropf-) Betäubung durchgeführt.

Spaltlampenmikroskop

Das Spaltlampenmikroskop ist das wichtigste Untersuchungsgerät des Augenarztes, denn nur so kann der Augenarzt die vorderen und hinteren Augenabschnitte stark vergrößert erkennen und beurteilen. Wenn die Augenlinse und der Augenhintergrund (Netzhaut) untersucht werden sollen, ist eine medikamentöse Pupillenerweiterung (Mydriasis) erforderlich.

Tränenwegspülung

Die diagnostische Spülung der Tränenwege dient zur Prüfung des Tränenwegsystems auf Abflusshindernisse oder Engstellen (z.B. nach chronischen Entzündungen). Nach Betäubung der Augenoberfläche wird eine stumpfe Spülkanüle vorsichtig in den unteren ableitenden Tränenweg eingeführt und der Tränenweg dann mit Kochsalzlösung durchspült. Ist das Tränenwegsystem durchgängig, spürt der Patient die Kochsalzlösung im Hals.

Ultraschalluntersuchung

Die Ultraschalluntersuchung zählt aufgrund ihrer einfachen Durchführung ohne Strahlenbelastung zu den wichtigsten bildgebenden Verfahren der Medizin. Auch in der Augenheilkunde hat die Ultraschalluntersuchung einen wichtigen Platz bei der Beurteilung des Augapfels und seiner Umgebung. Wenn der Arzt die Netzhaut nicht direkt beurteilen kann, z.B. bei einer Glaskörperblutung oder einer dichten Linsentrübung (Katarakt) kann die Untersuchung mit Ultraschall oft den einzigen Hinweis darüber geben, ob eine Netzhautablösung besteht oder nicht. Zur Ultraschalluntersuchung muss die Pupille nicht erweitert werden.

Poliklinik / Hochschulambulanz

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Die behandelnde Augenärztin bzw. der behandelnde Augenarzt druckt das Anmeldeformular aus, trägt die Patientendaten und die Fragestellung bzw. die gewünschte Spezialsprechstunde ein und faxt das Formular unter 069 - 6301 5233 an uns. Wir setzen uns dann zeitnah mit den Patienten in Verbindung und kümmern uns um alles weitere.

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