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Grüner Star / Glaukom (Patienteninformation)Autoren: R. Schalnus, M. Müller
In der Regel bezeichnet man eine Erkrankung, bei welcher ein erhöhter Augeninnendruck zu einer Schädigung des Sehnerven führt, als "Glaukom" oder "grünen Star". Meist ist ein erhöhter Augeninnendruck die unmittelbare Ursache für einen grünen Star. Insbesondere im fortgeschrittenen Lebensalter aber kommt der grüne Star "ohne erhöhten Augeninnendruck" gar nicht so selten vor. Neben erhöhten Augeninnendruckwerten spielen offenbar auch andere Faktoren, wie etwa eine schlechte Durchblutung des Sehnerven, bei der Entstehung des Glaukoms eine wichtige Rolle. Die Augeninnendruckmessung ist und bleibt daher zwar noch die wichtigste Untersuchung, um einen grünen Star zu diagnostizieren bzw. asuzuschliessen, die Untersuchung des Sehnerven (Augenhintergrund !) und die Gesichtsfelduntersuchung sind im Zusammenhang mit der Vorsorge- und Verlaufsdiagnostik des grünen Stars jedoch von herausragender Bedeutung. Der grüne Star ist eine der häufigsten Erblindungsursachen
Das Glaukom ist -trotz zunehmender Bemühung um Aufklärung und Vorbeugung- immer noch eine der häufigsten Erblindungsursachen der gesamten Welt. Nach Schätzungen werden weltweit jedoch nur 30 Prozent aller Glaukomkranken behandelt. In den alten Bundesländern stehen rund einer halben Million Glaukompatienten ca. 30.000 Glaukomerblindete gegenüber. Aber dennoch: der derzeitige Aufklärungsstand ist denkbar schlecht: etwa die Hälfte der Betroffenen wissen nicht einmal um ihre das Sehvermögen bedrohende Erkrankung. Nur etwa die Hälfte der Bevölkerung vermag den Begriff "Glaukom" einer Augenerkrankung zuzuordnen, von diesem Bevölkerungsanteil haben aber immerhin gut 40 Prozent von der Erblindungsgefahr beim Glaukom gehört.Unter anderen informieren der Initiativkreis zur Glaukomfrüherkennung e.V. und der Berufsverband der Augenärzte Deutschlands e.V. über den grünen Star und über die Möglichkeiten zur Früherkennung der Erkrankung. Wird der grüne Star rechtzeitig behandelt, können schwerwiegende Schädigungen des Sehnerven verhindert werden.
Im Anfangsstadium zumeist keine Beschwerden!Typisch für die Erkrankung sind die allmählich von außen nach innen fortschreitenden Gesichtsfeldausfälle. Diese Gesichtsfeldeinschränkungen laufen in der Regel schwerzlos und zunächst ohne Verringerung des Sehvermögens -und daher vom Betroffenen unbemerkt- ab. Der Augenarzt aber kann den grünen Star bereits frühzeitig anhand von Gesichtsfelddefekten, typischen Veränderungen des Sehnerven und nicht zuletzt an der Augeninnendruckerhöhung diagnostizieren. Am gesunden Auge ist das Gesichtsfeld weder außen noch in der Mitte eingeschränkt. Die fortschreitende Zerstörung des Sehnerven führt zu einer Gesichtsfeldeinschränkung von außen her. Die Farben erscheinen zwar weniger kräftig, das zentrale Sehvermögen bleibt jedoch für lange Zeit weitgehend erhalten. Erst wenn die Erkrankung schon weit forteschritten ist, läßt auch die Sehschärfe, bis hin zur Erblindung, nach. Eine Behandlung vermag dann zwar das Restsehvermögen zu retten, eine wesentliche Besserung stellt sich jedoch nicht mehr ein. Nach Schätzungen sind in der Bundesrepublik mindestens 2% aller Menschen über 40 Jahre am grünen Star erkrankt. Die Krankheit ist so heimtückisch, weil man sie in er Regel zunächst nicht wahrnimmt. Sind erst einmal Schäden am Auge eingetreten, sind diese meist nicht mehr rückgängig zu machen. Vorsorge durch den Augenarzt ab dem 40. Lebensjahr
Da die Erkrankung zunächst keine Beschwerden verursacht, suchen die Betroffenen den Augenarzt oft zu spät auf. Die gezielte augenärztliche Behandlung kann jedoch nur das bei Behandlungsbeginn noch vorhandene Sehvermögen bewahren. Bereits eingetretene Schäden am Sehnerven können in der Regel nicht mehr behandelt werden. Sinnvoll sind daher Vorsorgeuntersuchungen in Abständen von 1 bis 2 Jahren ab dem 40. Lebensjahr! Ursachen: u.a. Veranlagung, Medikamente, GefäßerkrankungenEs besteht eine erbliche Veranlagung zum grünen Star. Findet sich bei Familienmitgliedern ein Glaukom, so besteht auch für Blutsverwandte eine erhöhte Gefahr, am grünen Star zu erkranken. Eine Reihe von Medikamenten, wie z.B. Cortison, können den Augeninnendruck ebenfalls erhöhen. U.a. kann der grüne Star auch bei Diabetes oder Gefäßerkrankungen häufiger vorkommen. Das sogenannte Offenwinkelglaukom ist die häufigste Form des grünen Stares. Gerade das Offenwinkelglaukom ist besonders tückisch, da die Betroffenen oftmals über viele Jahre nichts von ihrer Erkrankung bemerken. Ein Glaukomanfall -d.h. der anfallsartige Augeninnendruckanstieg- ist zwar seltener, er äußert sich in der Regel aber durch heftige Schmerzen am betroffenen Auge und dessen Umgebung, durch eine Sehverschlechterung und gelegentlich durch Übelkeit/Erbrechen und Bauchschmerzen. Eine unverzügliche augenärztliche Behandlung ist angezeigt, da das Augenlicht akut bedroht ist. Nur die rechtzeitige Behandlung rettet das SehvermögenJe nach Form und Stadium der Erkrankung kann der grüne Star mit Augentropfen behandelt werden. Wichtig ist, dass die Augentropfen vom Patienten regelmäßig angewendet werden. In bestimmten Fällen kann jedoch eine Laserbehandlung oder gar ein operativer Eingriff notwendig werden. In jedem Fall muß der Therapieerfolg in regelmäßigen Abständen durch Augendruckmessungen, Gesichtsfeld- und Augenhintergrunduntersuchungen kontrolliert werden.Wann ist eine Operation erforderlich?
Kann der der Augendruck mit Augentropfen oder einer Laserbehandlung nicht
oder nicht mehr zuverlässig gesenkt werden oder bestehen Unverträglichkeiten
gegenüber bestimmten Augentropfen, wir in der Regel eine Operation
empfohlen. Wo erhalte ich weitere Informationen?Für die Beratung und Betreuung von Patienten haben wir in unserer Poliklinik eine Glaukom-Sprechstunde eingerichtet: Die Anmeldung erfolgt über die allgemeine Terminvergabe.
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30 Januar, 2012
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