Pharmakochirurgie bietet Behandlungsmöglichkeiten bei Diabetes und Makuladegeneration

Im Rahmen der sogenannten Pharmakochirurgie werden Medikamente oder Medikamentenkombinationen (Kombinationstherapie, Dreifachtherapie, Vierfachtherapie) in das Augeninnere, z.B. in den Glaskörperraum, eingespritzt. Dies eröffnet neue Wege bei der Behandlung vieler Erkrankungen, wie der Augenbeteiligung bei Diabetes mellitus (diabetischen Retinopathie) oder der altersabhängigen Makuldegeneration (AMD). Die Injektionen in den Glaskörperraum können mit anderen Maßnahmen kombiniert werden (photodynamische Therapie, Pars plana Vitrektomie). Der Eingriff erfordert wenige Minuten und kann in örtlicher Betäubung ambulant oder kurzzeitstationär durchgeführt werden. Ziel ist, das Fortschreiten der Erkrankung "anzuhalten", das Sehvermögen (den Visus) zu verbessern, Sehstörungen wie zum Beispiel Verzerrtsehen (Metamorphopsien) zu stoppen und die gesamte Prognose für das Augenlicht zu verbessern.

„Multiple Therapie“ der altersabhängigen Makuladegeneration: Photodynamische Therapie (PDT) plus Pharmakochirurgie mit dem Intrector®

Die Moderne Pharmakochirurgie kombiniert unterschiedliche minimal invasive Therapieverfahren z.B. zur Behandlung

Die gemeinsame Injektion von zwei oder drei Medikamenten in das Auge erfordert die Teilentfernung von Glaskörper aus dem Auge. Mit dem Glaskörper werden auch die unerwünschten Wachstumsfaktoren (vascular endothelial growth factors = VEGS) entfernt und die Sauerstoffversorgung der Netzhaut verbessert sich.

Intrektor®: Neue Technik verringert die Belastung für die Patienten

Ein eigens für den Einsatz im Rahmen der Pharmakochirurgie entwickeltes Instrument, der sogen. Intrector®, erlaubt die gezielte Entnahme zwischen 0,3 bis 1,0 ml Glaskörpersubstanz. Hierbei wird durch eine einzige nadelstichartige Öffnung (23g) der Glaskörper im Auge "zerlegt" und entfernt. Anschließend muss der entfernte Glaskörper durch eine entsprechende Flüssigkeitsmenge (meist als Medikament) ersetzt werden. Damit gehören unerwünschte Augeninnendrucksteigerungen bzw. das nicht kontrollierte Auslaufen von Medikamenten der Vergangenheit an. Dieses neue Verfahren - in Kombination mit der photodynamischen Therapie (PDT) eingesetzt - erfordert bei der Behandlung von CNV´s (chorioretinalen Neovaskularisationen) bei altersabhängiger Makuladegeneration weniger Kontrollen und macht wiederholte Medikamenteninjektionen in das Auge in den ersten Monaten nahezu überflüssig: Statt Injektionen nach 4, 6 und 8 Wochen zu verabreichen, ist mit dem neuen Verfahren keine Wiederholung der Injektion vor Ablauf von 9 Monaten erforderlich. Alle im Rahmen von klinischen Studien untersuchten Patienten profitierten bis zu diesem Zeitraum ausnahmslos von einem stabilen Gewinn an Sehschärfe und Sehqualität. Folglich ergibt sich für Patienten und Ärzte in Zukunft ein deutlich geringerer diagnostischer und therapeutischer Aufwand.

Netzhaut / Glaskörper

Leiter:

Prof. Dr. F. Koch

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